„Temporäres Wohnen“ in Floridsdorf: Millionen für die Spitzhacke–?

Dort, wo dauerhaftes Wohnen laut Wiener Bauordnung eigentlich verboten ist, entstehen in der Josef Brazdovics-Straße/ Ecke Siemensstraße unter dem Motto „Temporäres Wohnen“ derzeit 241 Klein- und Mittelwohnungen, die zum Quadratmeterpreis von Euro 7,50 an junge Menschen bzw. Alleinerzieher vermietet werden sollen.

„Da es sich hier um ein Betriebsbaugebiet handelt und die entstehenden Gebäude nur mit einer Ausnahmegenehmigung auf die Dauer von maximal 10 Jahren zu Wohnzwecken genutzt werden dürfen, darf die Sinnhaftigkeit solcher vom ‚Erfinder‘, Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ), hochgelobter Pilotprojekte wohl angezweifelt werden“ üben die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald Kritik. –
 
Denn obwohl die Anlage in Billig-Bauweise ohne massive Trennwände errichtet wird („Da werden die Bewohner direkt durch die Wände ja bestens miteinander kommunizieren können“ / O-Ton Turtenwald), werden für die rund 1.000 geplanten derartigen Wohneinheiten laut Ludwig immerhin 30 Millionen Euro locker gemacht. „Ein Abbruch nach zehn Jahren ist da wohl undenkbar. Aber ebenso darf bezweifelt werden, dass Ludwigs Wunsch, die später entsprechend der Flächenwidmung von Wohnungen zu Büros umzubauenden Räumlichkeiten auch tatsächlich vermieten zu können, Realität wird“, ist Schimanek mit Hinweis auf schon derzeit zehntausende Quadratmeter leer stehenden Büroraums in Wien überzeugt.
 
„Sinnvoller wäre, das Gebiet für Wohnzwecke umzuwidmen und die Wohnungen in der Folge Bedürftigen jeweils auf Zeit als sogenannte ‚Startwohnungen‘ zu vermieten“, so der Bezirkspolitiker abschließend.