Tiefgarage Pius Parsch-Platz: „Gute Geschäfte“ mit der Stadt Wien…

Seit die Tiefgarage unter dem Pius Parsch-Platz in Betrieb ist, gibt es an der Einfahrt tagtäglich „Verkehrssalat“. Dann nämlich, wenn Autolenker vor der Garageneinfahrt stehen und keine Bankomat- oder Kreditkarte zur Hand haben. Denn in dieser Garage gibt es keine Bargeldzahlung – und ohne Karte daher auch keine Einfahrt. Dann heißt es, im Retourgang vorsichtig auf die Gleiskörper der Schloßhoferstraße zurücksetzen, sofern nicht dahinter schon ein oder gar zwei anderer Lenker in die Garage wollen…

Dennoch: Die Garage tut dem Bezirkszentrum mit Sicherheit gut. „Gut tut das Bauwerk aber auch dem Bauherrn Raab & Partner, der das angrenzende ehemalige Woolworth-Gebäude großteils abgerissen und dort – neben Geschäftslokalen und einem Labor – 70 sehr gut ausgestattete und daher nicht gerade ‚günstige‘ Eigentumswohnungen errichtet hat“, ist WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek überzeugt.
 
Immerhin habe sich die Stadt Wien unter wohlwollender Beihilfe von Bezirksvorsteher Papai (SPÖ) bei der Errichtung der Tiefgarage auf Kosten der Wiener Steuerzahler mit einer netten ‚Morgengabe‘ eingestellt. Wie nämlich WIFF-Experte Gerhard Doppler errechnet hat, hätte Raab & Partner der Stadt Wien ja gemäß Wiener Garagengesetz mangels eigener Möglichkeiten für fehlende Stellplätze eine Ausgleichsabgabe in Höhe zwischen 720.000.– und 1,080.000.– Euro zahlen müssen.
 
Um dies zu vermeiden, hat man mit Politik und Magistrat die Errichtung einer eingeschossigen Tiefgarage unter dem bisherigen Kurzparkzonenbereich des Pius Parsch-Platzes vereinbart. Dafür wurde für die 1.676 m2 große Grundfläche unter dem Platz eine einmalige Servitutszahlung von 442.500.– Euro ausgehandelt. Die Stadt Wien und der Bezirk verpflichteten sich hingegen zur Herstellung, Gestaltung und ständigen Pflege der Platzoberfläche.
 
„Ein insgesamt gutes Geschäft für den Garagenerrichter“ ist WIFF-Bezirkspolitiker Hans Jörg Schimanek überzeugt. Denn Raab & Partner betreibe künftig die Garage über eine Tochterfirma, habe sich die Stellplatz-Ausgleichsabgabe erspart, könne Garagenplätze an Hausbewohner verkaufen oder vermieten und streife überdies auch die Gebühren der täglichen Kurzparker ein. „Die Stadt Wien und der Bezirk hingegen – und damit die Steuerzahler – müssen für die Platzerrichtung und Gestaltung sowie für die ständige Betreuung aufkommen und verlieren alljährlich etwa 200.000.– an Einnahmen durch den Wegfall der ehemaligen gebührenpflichtigen Kurzparkzone…
 
Die Tiefgarage ist eine sehr gute Lösung – aber zum Geschenke-Verteilen auf Kosten der Steuerzahler und auch angesichts der hohen Verschuldung der Stadt wäre da mit Sicherheit kein Anlass gegeben gewesen!“, so Schimanek abschließend.