Trotz ATIB-Öffnungsankündigung: Islamisches Zentrum in der Rappgasse ist nach wie vor geschlossen

Türkisches Islamzentrum in der Rappgasse trotz Eröffnungsankündigung von Betreiber ATIB nach wie vor geschlossen. Fertigstellungsmeldung des beauftragten Zivilingenieurs bei der Baupolizei noch nicht eingetroffen.
 
Aus der mit ATIB-Informationsschreiben vom 22. Juli an die Anrainer für 27. Juli angekündigten „Teileröffnung“ des islamischen Zentrums  von ATIB (steht in Deutschland unter Beobachtung der Staatssicherheit) in der Rappgasse / Ecke Koloniestraße ist nichts geworden. Offenbar konnte kein Zivilingenieur gefunden werden, der seine Unterschrift unter die für eine Eröffnung erforderliche „Fertigstellungsanzeige“ an die Baupolizei setzen wollte.
Die Geschichte des nach wie vor geschlossenen Gebäudes ist reich an seltsamen Vorkommnissen und sogar Skandalen. Nach dem Kauf des Gebäudes durch den islamischen Verein ATIB (wird auch vom türkischen Religionsministerum finanziert) hatte der Verein die Räumlichkeiten kurzerhand – und illegal – in Betrieb genommen.
Erst nach dem Aufschrei einer Bürgerinitiative, bei der im Interesse der Bevölkerung auch die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald federführend mit tätig waren, bequemten sich die Floridsdorfer Bezirksvorstehung und die Baupolizei zum Handeln: Der Betrieb wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt.
Dies hielt Bezirksvorsteher Lehner allerdings nicht davon ab, in dem behördlich für öffentliche Veranstaltungen gesperrten Gebäude im Einvernehmen mit ATIB eine Bürgerversammlung einzuberufen…
In der Folge präsentierte ATIB mehrere Baufirmen, die ihre Aktivitäten jedoch jeweils binnen kurzer Zeit beendeten. Schließlich setzte aber doch ein Baumeister seinen Stempel unter die Umbaupläne für das Islamische Zentrum, die ja Voraussetzung für eine behördliche Baugenehmigung sind. Zur Überraschung stellte sich jedoch heraus, dass besagter Baumeister zum Zeitpunkt seiner Unterschrift bereits im Konkurs war. Überdies wiesen die der Baupolizei vorgelegten Umbaupläne gravierende Mängel auf.
Wieder Monate später präsentierte ATIB erneut Umbaupläne, die jetzt den Voraussetzungen für eine Baugenehmigung entsprachen – man erhielt folglich auch die behördliche Genehmigung zum Umbau. Seither sind rund zwei Jahre vergangen und jetzt kündigt ATIB endgültig die Fertigstellung der Arbeiten ganz nach den genehmigten Plänen an.
Allerdings dürfte nicht alles so glatt verlaufen – denn bis heute ist die von einem gerichtlich beeideten Zivilingenieur unterzeichnete Fertigstellungsanzeige noch nicht bei der Baupolizei eingelangt.
Nach Einlangen einer solchen Fertigstellungsanzeige darf ATIB das islamische Zentrum in Betrieb nehmen. Laut Gesetz ohne vorherige Überprüfung durch die Baupolizei. „Die Unterschrift eines gerichtlich beeideten Zivilingenieurs bedeutet zugleich, dass dieser für die ordnungsgemäße Fertigstellung ganz nach den eingereichten und von der Behörde genehmigten Umbauplänen garantiert“, so die Baupolizei.
Dennoch fordert WIFF – Wir für Floridsdorf die Verantwortlichen der Baupolizei auf, in diesem Fall ganz besondere Achtsamkeit an den Tag zu legen: „Die Vorfälle rund um dieses Projekt lassen durchaus die Vermutung zu, dass es hier auch künftige und rasche Kontrolle dringend erforderlich ist. Immerhin sollen in dem Gebäude ja bis zu 400 und mehr Personen zur gleichen Zeit anwesend sein!“
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Bildtext:  Die Anrainer von ATIB in der Jedleseer Rappgasse fürchten sich vor ähnlichen Zuständen wie vor und in dem islamischen Zentrum von ATIB in der Dammstraße in der Brigittenau (siehe Fotos).