Trotz Barrierefreiheit im Gemeindebau: Schwerstbehinderte im Rollstuhl kann Hauseingangstür nicht aus eigener Kraft öffnen –  Wiener Wohnen: „Automatischen Türöffner müssen Sie selbst bezahlen!“

Vor wenigen Jahren ging für die schwerstbehinderte, an den Rollstuhl gefesselte, Sabine W. (36) aus Floridsdorf ihr sehnlichster Wunschtraum in Erfüllung: Sie konnte in eine eigene barrierefreie Behindertenwohnung in Groß Jedlersdorf einziehen. Mittlerweile hat sie die Erfordernisse des erträumten Alleinelebens unter Mithilfe ihrer regelmäßig zu Besuch kommenden Mutter und der stundenweise tätigen Heimhilfen zu bewältigen gelernt. Lediglich ein wichtiger Faktor trübt den Alltag der jungen Frau: Sie kann das Haus nicht verlassen, wann immer sie gerne möchte. Denn ob der baulichen Gegebenheiten im Hauseingang und ihrer Behinderung ist es ihr unmöglich, vom Rollstuhl aus die Hauseingangstür aus eigener Kraft zu öffnen.
Von der Mutter der Behinderten informiert, fanden sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald vor Ort zu einem Lokalaugenschein ein und ließen sich von Mutter und Tochter den Sachverhalt im Detail schildern:
„Gemeinsam mit meiner Mutter haben wir bei Wiener Wohnen um den Einbau eines automatischen Türöffners angesucht, aber von dort die schriftliche Antwort erhalten, dass wir den Umbau selbst bezahlen müssten. Zugleich hat man uns auch die Genehmigung für den Einbau mitgeschickt, worin angemerkt ist, dass Wiener Wohnen zwar die Strom-Betriebskosten übernimmt, den jährlichen Service hingegen müssten wir selbst bezahlen. Und bei einem etwaigen Ausziehen ginge der elektrische Türöffner automatisch in das Eigentum von Wiener Wohnen über“, so Sabine W. zu den beiden Bezirkspolitikern und präsentierte das Schreiben von Wiener Wohnen mit den Worten:
„Pension und Pflegegeld reichen gerade einmal aus, um meinen Lebensbedarf zu decken und die Heimhilfen zu bezahlen, 3.500.– Euro für einen elektronischen Türöffner sind für mich und auch für meine Mutter einfach nicht erschwinglich“.Behinderte-Tür-1

WIFF hat jetzt den Sachverhalt an Wohnen-Stadtrat Dr. Michael Ludwig mit dem Ersuchen heran getragen, er möge auf Wiener Wohnen einwirken, damit die Kosten von dort übernommen werden. „Zumal auf der selben Stiege ein weiterer Rollstuhlfahrer wohnt“, so Turtenwald abschließend.

 

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