Trotz belastendem Analyseergebnis des Umweltbundesamtes: Gesundheitsbehörde verniedlicht Asbestbelastung bei Interspar-Abbruch!

Obwohl das Analyseergebnis der von WIFF auf dem Abbruchgelände des ehemaligen Interspar-Kaufhauses Am Spitz entnommenen und beim Umweltbundesamt zur Prüfung eingereichten Bauschuttprobe eindeutig eine Asbestbelastung bestätigt, versucht man seitens der Wiener Umweltbehörde eifrig, die eindeutig bestehende Gesundheitsgefährdung für Arbeiter, Anrainer und Passanten zu verniedlichen. Eine „augenscheinlich“ vorgenommene Überprüfung (diese wurde erst aufgrund des von WIFF veröffentlichten Tatbestandes vorgenommen) habe keine Asbestbelastung ergeben, heißt es seitens der MA 22 (O-Ton, ORF – Wien-Heute, 22. Mai).

„Dabei müsste gerade diesen Leuten klar sein, welch massive Gesundheitsgefährdung Asbeststaub für Mensch und auch Tier darstellt. Und davon fliegt ja im Bezirkszentrum rund um die Baustelle vor allem bei Wind eine ganze Menge in der Gegend umher“, wundern sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. „Wir raten allen Interessierten und vor allem den Behörden an, via Internet einen Blick auf ard.panorama zu werfen und dort den Suchbegriff „asbest“ einzugeben“.Interspar1-Abbr.

Derzeit wird das Abbruchmaterial großteils im Untergeschoß der Baustelle deponiert, „um damit den schweren Abbruchgeräten ein sicheres Fundament zu bieten“, so ein Baustellen-Mitarbeiter zu WIFF. Erst nach Ende des gesamten Abbruchs zwischen Am Spitz und Franz Jonas-Platz soll die Masse in eine Deponie gebracht werden.

WIFF fordert jetzt umgehend zahlreiche Probennahmen vor allem dort, wo es sich augenscheinlich um asbestbelastetes Material und damit gefährlichen Sondermüll handelt. Etwa bei den Platten, von denen auch die WIFF-Probe stammt. Zu klären sein wird auch die Frage, warum es seitens der Behörde im Genehmigungsverfahren für den Abbruch keine gesonderten Auflagen hinsichtlich einer etwaigen Asbestbelastung gegeben hat. „Immerhin müssten die Fachleute doch wissen, dass dieses Gebäude gerade zur Zeit der Asbest-Hochblüte im Bauwesen errichtet worden ist“, so die beiden WIFF-Bezirkspolitiker, die sich zum Thema Asbest von verschiedener Seite genauest informieren ließen.

„Es ist schon klar, dass Asbest-Vorkehrungen bei Abbrüchen sehr teuer kommen. Deshalb darf man aber doch nicht den Kopf in den Sand stecken und Gesundheit und Leben von Menschen gefährden“, appellieren Schimanek und Turtenwald abschließend an Magistrat und Bauherrn.

Interspar-Schutt1 (1)