Umstrittene Forderungen der Baupolizei: Wiener Wohnen agiert als „Erfüllungsgehilfe“ des Magistrats gegen die Interessen der eigenen Wohnungsmieter – Handlungsbedarf für Stadtrat Ludwig.

Zu früh gefreut zu haben scheinen sich die Mieter von neuen, auf ebenerdigem Niveau errichteten, Wiener Gemeindewohungen über die „bevorzugte“ Lage ihrer „vier Wände“. Immerhin stehen den Bewohnern ja zwischen Hausfront und Gehsteig drei bis vier Meter breite, durch einen Zaun abgegrenzte, Grünflächen zur Nutzung zur Verfügung.
Um sich in ihren auf Augenhöhe mit Gehsteigpassanten befindlichen Räumlichkeiten vor neugierigen Blicken zu schützen, haben viele Mieter am Zaun winddurchlässige grüne Sichtschutztransparente angebracht. Und weil die Rasenflächen klarerweise gepflegt werden müssen, haben die meisten Mieter auch Werkzeughütten für Rasenmäher etc. aufgestellt. Selbstverständlich mit schriftlicher Genehmigung des Vermieters Wiener Wohnen.
 
„Vor kurzem wurden wir aber von Wiener Wohnen aufgefordert, Sichtschutz und Werkzeughütten zu entfernen und für den Fall der Nichterfüllung dieser Forderungen mit der Ersatzvornahme bedroht. Dies sei von der Baupolizei verlangt worden“, lauten die von betroffenen Mietern bereits mehrfach an WIFF heran getragenen Beschwerden. Für die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald ist das Verhalten von Wiener Wohnen inakzeptabel: „Wiener Wohnen hat die Verpflichtung, die Interessen seiner Kunden, der Mieter, zu vertreten. Gegen etwaige derartige Bescheide der Baubehörde müsste Wiener Wohnen in jedem Fall Einspruch erheben und den gesamten zur Verfügung stehenden Rechtsweg ausschöpfen, statt sich als Erfüllungsgehilfe der Behörde zu betätigen. Zumal die Wiener Bauordnung in gegenständlichen Fällen ausreichend Auslegungsspielraum bietet“.
 
Die beiden Bezirkspolitiker fordern daher den für Wiener Wohnen und auch für die Baubehörde verantwortlichen Stadtrat Ludwig auf, sich für die Interessen der betroffenen Gemeindemieter stark zu machen.–

Fotos: Joschi Tuczai.