Umwelt-Guru Tony Rei: „Wien grünste Stadt der Welt – dass ich nicht lache…!“

Seit das „Studienergebnis“ einer US-Agentur kürzlich Wien zur „grünsten Stadt der Welt“ gemacht hat, fragen sich immer mehr Wien-Kenner, wie es zu einem solchen Erkenntnis der Amerikaner kommen konnte. Auch Tony Rei, Obmann der Wiener Naturwacht, übt Kritik: „Nicht etwa, dass wir auf unsere vielen Grün-Erholungsräume nicht stolz sein sollten – aber die Amis haben mit ihrer Studie offenbar ordentlich daneben gehauen. Immerhin liegt die Bundeshauptstadt, was den Grünflächenanteil insgesamt – und umgerechnet die vorhandenen Grün-Quadratmeter pro Person – betrifft, nicht einmal unter den ersten zehn Städten der Welt“.

Zugleich führt Rei eine ganze Reihe von Versäumnissen der Rathaus-Politik an: „Seit dem Jahr 2012 ist der Grundwasserspiegel um über 90cm gesunken (siehe Fotos/Alte Donau). Statt viel mehr Bäume zu pflanzen, werden täglich Dutzende Bäume gefällt. Sogar verbotener Weise während der Vogelbrutzeit zwischen Ende März und Mitte Juni. Der ungezügelte Bevölkerungszuzug hat im Laufe der letzten Jahre einen täglichen Wasser-Mehrverbruch von über 30 Millionen Liter maßgeblich mitverursacht und wir werden aller Voraussicht nach heuer in Wien mehr Tote durch Hitze und Feinstaub zählen, als durch Corona verursacht“.
 
Namens der Wiener Naturwacht fordert Tony Rei daher u. a. massive Einschnitte bei Grünflächen-Umwidmungen und Bodenversiegelungen und daraus resultierenden Baumaßnahmen. Ebenso erforderlich sei die umgehende Nachpflanzung aller fehlenden Bäume laut Kataster des Magistrats. „Nicht zuletzt muss dem Massenzuzug nach Wien und dem damit verbundenen Niedergang unserer Stadt auf vielen Ebenen konsequent entgegen gewirkt werden“, so Rei abschließend.
Im Bild: Naturwacht-Obmann Tony Rei an der Alten Donau im Jahr 2012 und an der gleichen Stelle acht Jahre später, 2020.