Umweltalarm: Weitere Grün-Großfläche in Floridsdorf soll Beton weichen – Shell-Sportanlage an Wohnbaugenossenschaft verkauft.

Jeden Tag wird in Österreich eine Fläche so groß wie 20 Fußballfelder verbaut. Und Wien nimmt dabei leider eine üble Vorreiterrolle ein. Vor allem in Floridsdorf und der Donaustadt wird Grünfläche um Grünfläche zubetoniert, Bäume müssen Großbauten weichen und weite Teile der ‚grünen Lunge‘ der Bundeshauptstadt werden damit unwiederbringlich zerstört.

Als „Gegenleistung“ etwa von Bezirksvorsteher Papai (SPÖ) apostrophierte „Erholungsgrünräume“ wie der Pius Parsch-Platz und die geplanten Einzelbaumpflanzungen im „Mengerviertel“ oder auch der von Bürgermeister Ludwig (SPÖ) medial angekündigte „Kampf gegen den Klimawandel“ in Form eines zu gründenden „Klimarates“ verkommen da geradezu zu Lachnummern. – Und jetzt die neueste Hiobsbotschaft für umweltbewusste Bezirksbewohner: Der Ölmulti Shell hat seine herrliche Sportanlage zwischen Leopoldauer Straße und Steinheilgasse an die Wohnbaugenossenschaft „Österreichisches Siedlungswerk/ÖSW“ verkauft. Gemeinsam mit der vor der Sportanlage gelegenen großen Fläche Ecke Leopoldauer Straße/Katsushikastraße (oftmaliger Zirkusstandort) soll dort Platz für Wohnungen geschaffen werden.
 
„Das endgültige ‚Aus‘ für diese Grünoase mit herrlichem Baumbestand, weiten Wiesenflächen, einem Schwimmbad und Tennisplätzen samt Klubhaus ist damit vorprogrammiert. Derzeit ist das Gebiet zwar noch als Erholungsgebiet&Sport gewidmet, wie allerdings das umweltwidrige Vorgehen der regierenden Wiener Stadtpolitiker in den letzten zehn Jahren (z. B. Bereich Marchfeldkanal, Donaufeld&Alte Donau usw.) deutlich beweist, könnte eine Umwidmung noch vor der nächsten Wien-Wahl 2020 problemlos über die Bühne gehen“, mutmaßen die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald.
 
Zwar „schlummere“ unter dem ehemaligen Shell-Gelände auch laut Ergebnissen von Probebohrungen (siehe Fotos) eine erhebliche Altlast, aber das Beispiel der nahe gelegenen Großbaustelle „Siemensäcker“ zeige deutlich, „daß die Verantwortung der Politik für eine gesunde Umwelt immer dann zur schieren Makulatur verkommt, wenn es um das nimmersatte Gewinnstreben der mit der hohen Politik engst verwobenen Betonlobby&Wohnbaugenossenschaften geht!“ – Schimanek und Turtenwald abschließend: „WIFF und mit uns hoffentlich auch noch einige andere Vertreter politischer Parteien werden jedenfalls alles daransetzen, dass die Entscheidung über eine etwaige Umwidmung des Areals auf Bauland erst nach der Wien-Wahl 2020 fällt!“ –
Fotos: Google-Map, zur Verfügung gestellt.