Unfassbar: ÖBB will riesige Reparatur-Werkshallen mitten im Bezirkszentrum errichten – Schimanek (WIFF) an die Stadtpolitik: „Statt weiter schlafen umgehend Kauf&Tauschgespräche starten!“

Die jüngsten Vertragskündigungen für Schrebergärten auf Floridsdorfer ÖBB-Grund kamen ohne vorherige Ankündigung: Demnächst müssen die ersten Kleingärtner ihre schmucken Refugien links der Angerer Straße, zwischen Pilzgasse und der ÖBB-Bahn-Trasse, geräumt übergeben. Begründung der ÖBB: Die Flächen werden u. a. für die Errichtung von Eisenbahn-Werkshallen benötigt – das berichtet die Floridsdorfer Zeitung (DFZ).

„Und das mitten im Bezirkszentrum auf wertvollstem Grund!“, übt WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek heftige Kritik vor allem in Richtung Wiener Rathaus. „Hier haben sowohl Politik wie auch Stadtplanung schlicht und einfach geschlafen. Die ÖBB-Grundstücke würden sich ideal für eine Wohnbaunutzung unmittelbar bei U- und S-Bahn, Straßenbahn und Buslinien anbieten und viele Bewohner könnten angesichts der optimalen Öffi-Anbindung wohl auf die Nutzung eines Autos verzichten.
 
Statt dessen werden immer mehr Grünräume fernab des Verkehrsknotens Franz Jonas-Platz für den Bau neuer Wohnungen zubetoniert, sodass sich die Verkehrswege im Bezirk oft mehrmals täglich komplett zugestaut präsentieren. Und wenn Bezirksvorsteher Papai (SPÖ) jetzt von ’neuen Arbeitsplätzen etc. für den Bezirk’ schwadroniert, bleibt nur die Frage: Geht’s noch?“.
 
Unbestritten sei laut Schimanek, dass die ÖBB im gegenständlichen ÖBB-Großraum allein schon aus logistischen Gründen Werkstättenhallen benötigen, „dazu gäbe es aber links der Bahntrasse in Richtung Krankenhaus oder rechts der Prager Straße bis zum ‚Eisenbahnerberg‘ ausreichend Flächen.
 
„Die Stadt Wien hat es leider verabsäumt, mit den ÖBB wegen eines Erwerbs der zentralen Flächen im Bezirkszentrum in Verkaufsverhandlungen zu treten. Statt dessen hat man der Bahn ohne Wenn und Aber das höchst kontaminierte und – zwischen zwei Bahnlinien liegend – für die Errichtung eines Krankenhauses völlig ungeeignete Grundstück an der Brünner Straße abgekauft“, so Schimanek, der allerdings „die Tür noch einen Spalt geöffnet“ sieht: „Noch gibt es für das Werkstätten-Areal bestenfalls Grobplanungen. Ausreichend Zeit also für Bürgermeister Ludwig (SPÖ)&Co., sich mit den ÖBB umgehend an den Verhandlungstisch zu setzen!“.
– Fotos: Franz Hödl, Google-Luftaufnahme.