Versprochen – gebrochen: Trotz desolater Zustände warten Gemeindemieter seit neun Jahren auf Sanierung.

Unzumutbaren und vor allem gesundheitsschädigenden Zuständen sind seit vielen Jahren die Mieter im Floridsdorfer Gemeindebau in der Ödenburger Straße 73 – 85 ausgesetzt. Desolate Fassaden an der Wetterseite, völlig kaputte Fenster und immer wieder Schimmel sind seit vielen Jahren die „Markenzeichen“ für das völlige Versagen von „Wiener Wohnen“.

„Als ich im Juni vor neuen Jahren die mir zugeteilte Wohnung erstmals besichtigt habe, wollte ich ob des Zustandes gleich wieder gehen. Nur weil mir ‚Wiener Wohnen‘ damals versicherte, dass mit der Sanierung schon im Herbst begonnen werde, habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Auf die Sanierung warten ich und viele andere Betroffene aber nach wie vor, lediglich der Schimmel wurde mittels Anstrichs einmal entfernt. Doch schon nach kurzer Zeit kam der Schimmel trotz Lüftens und Heizens wieder. Und auch die mehrmaligen Reparaturversuche eines von ‚Wiener Wohnen’ geschicktenTischlers an den Fenstern blieben erfolglos“, schildert die 31jährige Barbara Kment den beiden WIFF-Bezirksräten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald vor Ort die Zustände in Ihrer Gemeindewohnung.
 
Weil sie „unter diesen Umständen und bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit“ um die Gesundheit ihres zweieinhalb Monate alten Babys fürchtet, wollen sie und ihr Mann Markus (34) möglichst rasch umziehen. „Wir haben auch schon eine passende leer stehende Wohnung in einem anderen Gemeindebau entdeckt, doch weil mein Mann erst seit unserer kürzlichen Hochzeit hier behördlich gemeldet ist, haben wir laut ‚Wiener Wohnen‘ kein Anrecht auf eine andere Wohnung, unser Ansuchen wurde abgelehnt“, so die besorgte Mutter und Ehefrau.
 
Die beiden WIFF-Bezirkspolitiker appellieren jetzt an Vizebürgermeisterin und Wohnen-Stadträtin Gaal (SPÖ), hier ein Machtwort zu sprechen: „Abgesehen davon, dass unter den herrschenden Zuständen für eine desolate 50,19 m2 große Gemeindewohnung eine Monatsmiete von 375.– Euro inkl. BK und ‚besondere Aufwendungen‘, was immer das auch ist, (ohne Fernwärme) völlig unverhältnismäßig ist, geht es hier vor allem um die Gesundheit von Menschen!“, so Schimanek und Turtenwald abschließend.