Vor den Wahlen: Von WIFF aufgezeigte Carport-Probleme machen StR. Ludwig (SP) nervös

Vor den Wahlen: Von WIFF aufgezeigte Carport-Probleme machen StR. Ludwig (SP) nervös.  WIFF: „Statt ‚gute Tipps‘ zu geben, sollte Ludwig die Wiener Bauordnung auch in diesem Bereich modernisieren!“

Die WIFF-Vorstöße in der „Causa Carport“ machen den für die Errichtung solcher Bauwerke zuständigen Stadtrat und Floridsdorfer SPÖ-Obmann Ludwig offensichtlich nervös. Nach der jüngsten Aussendung von WIFF sah sich Ludwig jetzt zu einer raschen Presseerklärung veranlasst (siehe Anhang).

„Ein behördlicher Wegweiser zum Thema ‚Carports‘ ist ja durchaus begrüßenswert. Aber statt Papier zu produzieren, sollte Ludwig besser die Bauordnung an jene der übrigen Bundesländer anpassen. Diese haben den Anforderungen der heutigen Zeit Rechnung getragen, die Errichtung von Carports in Vorgärten werden dort behördlich genehmigt“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek unter Verweis auch auf das benachbarte Niederösterreich. „Und bis zu einer Novellierung des gegenständlichen Paragraphs in der Wiener Bauordnung sollten Ansuchen um zeitlich auf zumindest fünf Jahre begrenzte Genehmigungen seitens der MA 37 auch nachträglich positiv beurteilt werden“. Es könne nicht sein, dass den Siedlungsbewohnern auf der einen Seite das Parken vor ihren Häusern wegen zu geringer Straßenbreiten untersagt, aber zugleich auch die Errichtung solcher Abstellflächen in Form von Carports in den Vorgärten verboten wird.

Schimanek abschließend: „Hier hätte die hohe Länderpolitik beste Gelegengheit, den steten Forderungen auch des Rechnungshofes nach Eindämmung des überbordenden und für uns Steuerzahler sündteuren Förderalismus zu entsprechen. Weg mit den jeweils eigenen Bauordnungen in den einzelnen Bundesländern und Statutarstädten – her mit einer einheitlichen Bauordnung für ganz Österreich! Fortsetzung der Beispiele nach Belieben…“.

Carport-Schilling-Kopie

Die Presseaussendung von Ludwig:

StR Ludwig: Mit Tipps vom Autoabstellplatz zum Carport
Behördlicher Wegweiser zum überdachten Autoabstellplatz der Wiener Baupolizei
Wien (OTS) – Viele BewohnerInnen von Siedlungshäusern verfügen über keine Garage, jedoch über einen Autoabstellplatz im Freien. Spätestens bei Wind und Wetter wünscht man sich ein schützendes Dach für den fahrbaren Untersatz. Mit ein paar Tipps lässt sich dieser in vielen Fällen überdachen. Auf Initiative von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig hat die Wiener Baupolizei (MA 37) einen Wegweiser erstellt, der anschaulich erklärt, welche Art der „Autounterbringung“ bewilligungsfrei erlaubt ist und welche genehmigt werden muss. Die Tipps vom Autoabstellplatz zum Carport sind unter www.bauen.wien.at abrufbar.****

„Bezüglich der Errichtung von Carports herrscht oft große Unsicherheit. Konflikte mit der Behörde, aber auch mit Nachbarinnen und Nachbarn sind ein häufiges Ergebnis. Daher wurde von den Expertinnen und Experten der Baupolizei ein Leitfaden erstellt, der in groben Zügen erklärt, was erlaubt ist, welche Ausnahmen eventuell angewendet werden können und welche Konstruktionen möglicherweise baupolizeilich genehmigt werden müssen, um legal einen überdachten Autoabstellplatz zu kommen“, hält Stadtrat Ludwig fest.

Bei der Magistratsbteilung 37 – Baupolizei gehen immer wieder Anzeigen erboster NachbarInnen wegen vermeintlich illegal errichteter Carports ein. Als Behörde ist die Baupolizei gesetzlich verpflichtet, diesen Anzeigen nachzugehen. Aber auch bei Routinekontrollen fallen überdachte Autoabstellkonstruktionen von BauherrInnen auf, denen die geltenden Regelungen der Bauordnung scheinbar nicht bewusst sind. „Die Gründe für ein Einschreiten der Baubehörde sind unter anderem Sicherheit, das Stadtbild und last but not least die Bebauungsbestimmungen Die Bauuordnung gilt wie jede rechtliche Vorschrift für alle gleichermaßen. Nichts ärgert BürgerInnen mehr, als wenn etwas nicht erlaubt ist und sich andere – häufig aufgrund mangelnden Wissens -darüber scheinbar hinweg setzen“, so Gerhard Cech, Leiter der MA 37.

Das Carport auf der „seitlichen Abstellfläche“ ist die sicherte Variante
Die einfachste Variante ist ein Carport bis zu 3 Meter links und rechts des Hauses. „Häuselbauer“ kennen dies unter dem Begriff „seitliche Abstandsfläche“ So ein Carport ist grundsätzlich bewilligungsfrei, wenn man ein paar Grundregeln einhält: Die Fläche darf 25 m2 nicht überschreiten und der höchste Punkt liegt unter 2,5 Metern. Maximal die Hälfte aller Seitenflächen dürfen auch mit Wänden verkleidet werden. Verfügt jemand auf seinem Grundstück noch über eine bebaubare Fläche, so darf auch dort nach denselben Grundregeln ein Carport errichtet werden.

Ein Carport ist somit nichts anderes als ein Flugdach, das ausschliesslich als Autoabstellplatz gebraucht wird. Eine günstigere Variante dazu ist eine Pergola über einem Autoabstellplatz. Eine Pergola ist überall bewilligungsfrei zu errichten. Es hindert einen aber niemand daran, sein Carport zu begrünen.

In Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre ist immer eine Bewilligung einzuholen
Zu beachten ist außerdem, ob sich das Haus in einem Gebiet mit Bausperre befindet oder das als Schutzzone ausgewiesen ist. Auch im Vorgarten, sowie im Garten hinter dem Haus wird man nur in extremen Ausnahmefällen (z.B. Platzmangel) eine Genehmigung bekommen. Hier gilt: fachliche Beratung ist unerlässlich. Auch die MA 37 steht mit Rat gerne zur Seite.