Vor der „Rennsaison“: WIFF fordert Präventivmaßnahmen gegen „Selbstmörder auf zwei Rädern“.

Das Frühjahr steht vor der Tür – und mit Einbrechen der wärmeren Jahreszeit werden auch wieder zahlreiche Motorräder aus dem Winterschlaf geweckt. Und leider wird auch heuer wieder der eine oder andere „Rennfahrer“ zu Grabe getragen werden, weil er sich und sein Können auf zwei Rädern über-, aber die jeweiligen Straßenverhältnisse samt Kurven unterschätzt hat.

WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek fordert daher noch vor Beginn der „Rennsaison“ präventive Maßnahmen seitens Polizei und Politik und führt dazu die wohl gefährlichste Strecke auf Wiener Stadtgebiet an: „Im Vorjahr ist einer meiner Freunde auf der Exelbergstraße, die vom 17. über den 14. Bezirk nach Niederösterreich in Richtung Tulln führt, in einer der gefährlichen Kurven infolge überhöhter Geschwindigkeit ums Leben gekommen. Ihm bzw. seiner Familie fühle ich mich verpflichtet, hier laut zu werden. Denn auch er war einer der zahlreichen Motorradfahrer, die auf dieser Strecke in den letzten Jahren ihrem Geschwindigkeitsrausch zum Opfer gefallen sind. Wobei leider auch immer wieder andere Verkehrsteilnehmer unverschuldet zu Schaden kamen. Ich appelliere daher an die Stadt Wien, das Land Niederösterreich und die Polizeidirektionen Wien und NÖ, heuer lückenlose Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um der Raserei auf zwei Rädern auf dieser Strecke Einhalt zu gebieten!“ –
 
Da es sich bei der Exelbergstraße und der nachfolgenden Tullner Straße um Landesstraßen handelt, ist hierfür aber leider nicht das Verkehrsministerium, sondern die beiden Landesregierungen zuständig. Schimanek schlägt daher landesgrenzüberschreitende Polizeikontrollen vor: „Auf der ohnehin nur wenige Kilometer langen Strecke müssten zumindest drei bis vier Wochen lang vor allem täglich ab 15 Uhr und an Wochenenden zumindest in jeweils zwei Bereichen und mit täglich wechselnden Standorten Radarkontrollen platziert werden. Diese Einrichtungen würden sich – wie ja in der Vergangenheit etwa im südlichen Niederösterreich mehrfach bewiesen – bei den Motorradfahrern in Windeseile herumsprechen. Nach vier Wochen würden dann auch fallweise Kontrollen ausreichen bzw. könnte die Schwerpunktaktion im Herbst für ein, zwei Wochen wiederholt werden“, so Hans Jörg Schimanek.
 
Hohe Kosten für derartige Aktionen lässt der Floridsdorfer Bezirkspolitiker nicht gelten: „Diese Kosten stehen in keinem Vergleich zu dem enormen Volksvermögen, welches durch den Tod bzw. schwerste Verletzungen oft mit Dauerfolgen zumeist junger Menschen vernichtet wird!“
 
Fotos: Joschi Tuczai