„Vorwahlkampf“ im Gemeindebau Siemensstraße 21–55

„Vorwahlkampf“ im Gemeindebau Siemensstraße 21–55: „Rote“ Stadtratriege kam zum 3. Boccia-Turnier nach Floridsdorf. Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Gemeindemieter.

Eigentlich sollte auf diesem Areal im Gemeindebau an der Siemensstraße (1.700 Wohnungen, ca. 3.000 Bewohner) nach dem Wunsch der Mieter ein reiner Kleinkinderspielplatz entstehen. Doch Wiener Wohnen entschied sich, dort einen Boccia-Platz zu errichten. Eine veritable Fehlentscheidung, denn die Anlage ist das gesamte Jahr über ungenutzt. „Lediglich zum alljährlichen Wohnpartner-Boccia-Turnier entsteht hier etwas Bewegung, obwohl beinahe die Hälfte der Besucher aus anderen Bezirken stammt“, meinte ein beobachtender Anrainer achselzuckend. Und viele andere Mieter fragen sich, wieviel Steuergeld in diese ihrer Meinung nach überflüssige und offensichtliche SP-Veranstaltung geflossen ist.
Die Boccia-Anlage, die das gesamte Jahr über als Katzen- und Hundeklo dient, wurde „pippifein“ auf Hochglanz gebracht. Schon am frühen Vormittag des 3. Juli wurden von einer Mietmöbelfirma zahlreiche Sitzgarnituren angeliefert, das Geschirrmobil der MA 48 auf dem Rasen aufgestellt und an den Hausstrom angeschlossen und auch weitere Sitzgelegenheiten, Zelte, Liegesäcke und zwei Mobil-Klos aufgestellt.
Schließlich kam auch die Politprominenz angerauscht. Jeder mit eigenem Dienstwagen und Chauffeur, versteht sich: Wohnen-Stadtrat Ludwig, Vizebgm. und Finanzstadträtin Brauner sowie die Stadträte Frauenberger, Wehsely, Mailath-Pokorny und BV Papai stellten sich zum Siegerfoto mit dem Team „Frauenpower Jedlesee“ auf – und verschwanden danach von der Bildfläche.
Zurück blieben fragende Beobachter aus den umliegenden Stiegen. Ihnen dürfte auch heute noch nicht klar sein, warum man für das Erreichen einer „bemüht guten Nachbarschaft“ einen derart kostspieligen Aufwand – noch dazu mit Steuergeld – betreibt.  Einer der Mieter brachte es auf den Punkt: „Würde man bei der Vergabe von Gemeindewohnungen mehr Fingerspitzengefühl beweisen und keine vorprogrammierten Wohnghettos schaffen, wo Altmieter, Pensionisten, arbeitslose Jugendliche, Migranten und Asylanten mit viel zu großem Kinderanteil für diese kleinen Wohnungen, Alkoholiker und Drogensüchtige auf engstem Raum leben und miteinander auskommen müssen, könnte man viel Geld und Probleme sparen“…
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Foto: PID / Jobst
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Fotos: Privat und PID / Jobst