Wegen „deutlich gestiegener Lebenserwartung“: Wiener Städtische Versicherung erhöht Versicherungsprämien um bis zu 40 Prozent!

WIFF: „Experten der Städtischen dürften im Schulfach ‚Mathematik‘ wohl öfter gefehlt haben…“

Unglaublich, aber leider wahr: „…aufgrund der deutlich gestiegenen Lebenserwartung…“ (Original-Zitat aus den Kundenbriefen der Städtischen) hat die Wiener Städtische Versicherung mit Wirkung 1. August 2018 ihre Monatsprämien für Spitals-Taggeldversicherungen um bis zu 40 Prozent (!) erhöht. „Seit WIFF dieses Vorgehen der Versicherung kritisiert und öffentlich gemacht hat, läuft unsere Telefon geradezu heiß. Aus dem ganzen Bundesgebiet melden sich empörte Versicherungsnehmer bei uns mit Informationen zu ihren Verträgen“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. Auch für ihn ist diese Vorgangsweise des Versicherers inakzeptabel.
„Es ist schon richtig, dass die Lebenserwartung der Menschen gestiegen ist und damit – im Vergleich zu früher – auch die Wahrscheinlichkeit des einen oder anderen zusätzlichen Spitalsaufenthaltes. Aber die Versicherungsmathematiker dürften vergessen haben, dass sich die Spitalsaufenthalte der Patienten in den letzten 30 Jahren dank der rapiden Fortschritte der Humanmedizin drastisch verkürzt haben und dadurch auch die Taggeldauszahlungen an die Versicherten in Summe ebenso rapid zurückgegangen sind. Von einer Prämienreduktion war da allerdings keine Rede“, so der WIFF-Politiker an die Adresse der Städtischen. Verwunderlich sei auch – so Schimanek – dass viele Prämien nach wie vor monatlich eingehoben würden.
„Dabei weiß doch schon jeder fortgeschrittene Schüler, dass monatliche Prämienüberweisungen und Buchungen mehr auch finanziellen Aufwand erfordern, als etwa jährlich eingehobene Versicherungsprämien. Hier wären durchaus Einsparungsmöglichkeiten“. – Die erbosten Versicherungsnehmer der Städtischen stehen jetzt vor einem Problem: Kündigen Sie ihre zum Teil schon 30 oder 40 Jahre lang laufende Versicherungsverträge und wechseln zu einer anderen Gesellschaft, müssten sie ob des jeweiligen Alters deutlich höhere Prämien bezahlen. Daher hoffen die meisten Betroffenen, dass die Wiener Städtische Versicherung angesichts des durch die massive Prämienerhöhung ausgelösten „Shitstorm“ rasch eine neuerliche Risikoberechnung vornimmt.