Wien „Grünste Stadt der Welt“ – WIFF: „Da kann doch was nicht stimmen…“

Wien ist – und das wohl gänzlich unbestritten – reich an Grün-Juwelen. Man nehme nur den Wienerwald, den Bisamberg, die Alte Donau, die Donauinsel oder die vielen – noch vorhandenen – Grünflächen. Neben „Transdanubien“ ähnliche Bilder auch in anderen Randbezirken.

Große Flächen werden zum Teil noch bäuerlich oder von Gärtnereibetrieben genutzt. Doch der Schein trügt, wie man etwa auf dem Donaufeld oder auch im Bereich zwischen Stammersdorf und Groß Jedlersdorf sehen kann. Überall hin reichen bereits die „Fangarme“ der Politik und deren Betonierer-Lobby, angeführt von „roten“ und „türkisen“ Wohnbaugesellschaften. Unter dem Motto des „dringenden Wohnraumbedarfs“ (O-Ton Bgm. Ludwig/SPÖ) weicht immer mehr Grün Beton.
 
„Obwohl in den Medien, wie etwa zuletzt in ‚Die Presse‘ oder in ‚Der Standard‘, ein deutlicher Rückgang an Wohnraumbedarf beschrieben wird und allein in Floridsdorf bereits hunderte neue Wohnungen zum Teil schon seit eineinhalb Jahren nicht an die Frau oder den Mann gebracht werden können, verbetonieren sogenannte ‚Gemeinnützige‘ oder private Glücksritter jeden zum Großteil aus dem staatlichen Wohnbauförderungstopf erhältlichen Euro!“, üben die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald zum wiederholten Mal heftige Kritik an der SPÖ&Grünen Wiener Stadtregierung.
 
„Jene Juroren der kanadisch-amerikanischen Consulting-Agentur ‚Resonance‘, die Wien kürzlich zur ‚Grünsten Stadt der Welt‘ gekürt haben (siehe Foto ORF-Teletext), laden wir gerne einmal ein zu einem Rundgang über jene großen und kleinen Grundflächen, die sich zwar noch grün präsentieren, aber in Wahrheit längst im Besitz diverser Bauträger und vor allem des Wohnfonds Wien sind. Und wir zeigen ihnen auch gerne die zumeist ohne begleitende Infrastruktur praktizierte ‚Wiener Wohnbaupolitik‘ in ihrer tristen Praxis. Etwa das – noch grüne Donaufeld, wo demnächst die ersten 1.400 Wohnungen errichtet werden. Oder große Floridsdorfer Wohnhausanlagen mit Aussicht und Balkonen direkt auf dicht frequentierte vierspurige Hauptverkehrsrouten mit LKW-, Bus-, Straßenbahn- und Pkw-Verkehr oder gar Eisenbahntrassen. Errichtet ganz ohne Umweltverträglichkeitsprüfungen und mit freundlicher Genehmigung der Magistratsbehörden“, präzisiert Schimanek die WIFF-Kritik auch an Bürgermeister Ludwig (SPÖ) und erinnert an dessen längst umstrittene Änderung der Wiener Bauordnung: „Erst Ludwig als damals zuständiger Stadtrat hat es mit seiner Unterschrift auf das Beamtenpapier diversen Bauträgern ermöglicht, mit der Errichtung von oft bis zu zwölf Wohnungen auf kleinstem Raum gewachsenes Wiener Siedlungsgebiet zu zerstören“.