Wiener Wohnen-Gemeindebausanierung: „Die einen müssen zahlen, die anderen kriegen’s gratis!“

Mieter des Dag Hammarskjöld-Hofes: „Sind wir für Stadtrat Ludwig Bürger 2. Klasse?“ – WIFF fordert Gesamtprüfung von Wiener Wohnen durch den Bundesrechnungshof!

Seit die Mieter des in den Jahren 1959/60 errichteten und nach dem ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld benannten großen Floridsdorfer Gemeindebaus vor wenigen Wochen per Brief von Wiener Wohnen erfahren haben, dass sie für die bereits 2009/10 erfolgte Sanierung jeweils zwischen rund drei- und viertausend Euro nachzahlen und ab Mai 2017 für einige Jahre einen um 94% erhöhten Grundmietzins zahlen müssen, herrscht in der Anlage Unverständnis, Ärger – und bei manchen Mietern auch Verzweiflung.
 
Denn viele wissen nicht, wie sie das Geld – trotz angebotener Ratenzahlung und Mietzinsbeihilfe – aufbringen sollen. „Vor allem ärgert die Betroffenen die Tatsache, dass in manch anderen Floridsdorfer Gemeindebauten die Mieter für die Sanierung ihrer Anlagen keinen Cent zu bezahlen hatten und haben“, wissen die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald nach vielen Gesprächen vor Ort. So etwa wird derzeit die große Wohnhausanlage in der Jedleseer Straße saniert, ohne dass die Mieter von Wiener Wohnen zur Kasse gebeten werden. „Und im Gemeindebau Prager Straße/Anton Bosch-Gasse erfreute Wohnen-Stadtrat Ludwig die dortigen Mieter vor wenigen Jahren mit einem Brief, in dem er ihnen seine Freude darüber ausdrückte, ‚dass die Sanierung Ihrer Anlage ohne zusätzliche Kosten für die Mieter‘ erfolgen könne“, erinnert Schimanek. –
 
Kein Wunder also, dass sich die Bewohner im Dag Hammarskjöld-Hof als „Mieter 2. Klasse“ abqualifiziert fühlen. Für Schimanek und Turtenwald steht fest: „Angesichts von fast wöchentlich ans Tageslicht gelangender ‚Ungereimtheiten‘ gibt es im Interesse aller Wiener Gemeindemieter und Steuerzahler wohl nur eine Möglichkeit, bei Wiener Wohnen grundlegend Ordnung zu schaffen: Mit einer lückenlose Prüfung durch den Bundesrechnungshof!“. – Fotos: Joschi Tuczai.
 
 

Dag Hammarskjöld-Hof: Nach bereits 2009/10 erfolgter Sanierung jetzt zwischen 3.000.– und 4.000.– Euro Nachzahlung pro Mieter und mehrjährige Grundzinserhöhung um 94%.
 
 
Gemeindebau Jedleseer Straße: Sanierung 2017 ohne zusätzliche Belastung der Mieter.
 
 
Gemeindebau Prager Straße/Anton Denglergasse: Bereits erfolgte Sanierung ohne zusätzliche Belastung der Mieter.