Wiener Wohnen: Kein Herz für vier Behinderte im „FAC-Bau“

Wiener Wohnen: Kein Herz für vier Behinderte im „FAC-Bau“. Abstellhütte für Rollator und Rollstuhl verweigert.
„Es ist schlicht und einfach empörend, wie man bei Wiener Wohnen mit Behinderten umgeht!“, ärgert sich WIFF-Bezirksrat Ossi Turtenwald über den jüngsten Fall, der an ihn mit der Bitte um Unterstützung herangetragen wurde. Er betrifft vier Bewohner der städtischen Wohnhausanlage in der Franklinstraße, dem sogenannten „FAC-Bau“. Diese bemühen sich seit Langem um die Aufstellung einer kleinen Hütte im Hof, damit sie ihre Gehilfen, Rollator und Rollstuhl aufbewahren können und nicht bis in ihre in oberen Stockwerken gelegenen schleppen bzw. schleppen lassen müssen, da die Stiegen über keine Liftanlagen verfügen. Denn im Stiegenhaus ist das Abstellen solcher Geräte wegen Platzmangel nicht gestattet. Doch seitens Wiener  Wohnen mit dem Floridsdorfer SPÖ-Parteiobmann und Stadtrat Ludwig an der Spitze denkt man nicht daran, diesem verständlichen Wunsch zu entsprechen.

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„Schachfiguren sind den Herrschaften offenbar wichtiger, als die vier gehbehinderten Gemeindebaumieter“, resümiert Turtenwald und weist darauf hin, dass in der Anlage neben der Gerätehütte für die Hauswarte auch ein „Unterstand“ für das große „Outdoor“–Schachspiel steht (siehe Foto). Zugleich präsentiert der WIFF-Politiker die vier betroffenen Personen (siehe Foto v.l.n.r.):

Werner Schistal: COPD 3,Knieoperation (neues Knie), musste sich kürzlich auch einer Bauchanarisma-OP unterziehen, leidet unter schweren Bandscheibenproblemen, Diabetes und ist Sauerstoffpatient. – Das Werner Schistal keine längeren Wegstrecken zurückllegen kann, ist er auf einen Rollator angewiesen, der aber in der Wohnung steht, da er das Gerät nicht stets über die Stiegen hinunter und hinauf schleppen kann.

Stefanie Menzl: Knieoperation, Bandscheibenprobleme, Luftprobleme. Kann ohne Rollator keine Besorgungen machen.

Hannelore Nowotny: Zwei Knieoperationen, Probleme mit Halswirbel und Bandscheiben. Ist bei längeren Wegstrecken ebenfalls auf Gehhilfen angewiesen.

Edith Mattausch: COPD 4, Lungenemphysem, Venen- und Muskelprobleme in beiden Beinen, Wirbelsäulenprobleme, 24-Stunden-Sauerstoff-Therapie – ohne fremde Hilfe geht bei Frau Mattausch gar nichts mehr. Sie hat einen Rollstuhl und einen Rollator, beide Geräte stehen in der Wohnung.

„Alle Behinderungen der vier Personen sind ärztlich belegt. Ich fordere daher Wiener Wohnen auf, dem Wunsch der Betroffenen nach Aufstellung einer Abstellhütte nach dem Muster der in der Anlage bereits vorhandenen Hütten umgehend zu entsprechen“, so der WIFF-Bezirksrat an die Adresse von Wiener Wohnen.

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