Wiener Wohnen: Millionen teure Planungsfehler werden mit kostspieliger Werbeflut „zugedeckt“

Wiener Wohnen ist – wieder einmal – übersiedelt. Nunmehr befindet sich – nach Schließung der Aussenstellen – die „Gesamt-Wien-Zentrale“ im 3. Bezirk. „Das freut die Wiener Wohnen-Kunden in Floridsdorf ganz besonders, was sich an den zahlreichen an mich und Ossi Turtenwald in unseren Funktionen als WIFF-Bezirksräte heran getragenen oft verständnislosen Fragen erkennen lässt“, sagt Bezirksrat Hans Jörg Schimanek sarkastisch. Allein am Beispiel Floridsdorf sei zu erkennen, was sich die oftmals „personell umstrukturierte“ Führungsetage unter der Oberaufsicht von Wohnen-Stadtrat und Floridsdorfer SPÖ-Bezirksparteiobmann Ludwig auf Kosten der Gemeindemieter und Wiener Steuerzahler leisten.

1. Mit hohem Kostenaufwand hatte Wiener Wohnen vor einigen Jahren im der Erste Bank gehörenden Haus Ecke Schöpfleuthnergasse / Leopold Ferstl-Gasse mehrere Stockwerke bezogen und dort auch den Parteienverkehr abgewickelt. Nach einigen gewalttätigen Aktionen gegen Beamte an Bezirkshauptmannschaften wurden zum Schutz der Wiener Wohnen-Mitarbeiter teure Sicherheitsumbauten vorgenommen.

2. Die Mitarbeiter von Wiener Wohnen mussten über Anordnung der Zentrale aber bald danach ihre Sachen wieder zusammenpacken, ihre kostspielig ausgestatteten Büros verlassen und in den aufwändigen Neubau Ecke Franz Jonas-Platz / Schöpfleuthnergasse übersiedeln.

3. Jetzt – wenige Jahre danach – wurde neuerlich übersiedelt – in eine „Wiener Wohnen-Zentrale“ im 3. Bezirk…

„Das Motto von Ludwig&Co. lautet offenbar: Weg vom Bürger“, sagt WIFF-Bezirksrat. „Auch die zusätzlichen Fahrzeiten der etwa in Floridsdorf tätigen Wohnberater, Werkmeister usw. bedeute, dass für die Gemeindemieter und die Arbeit vor Ort eben täglich weniger Zeit zur Verfügung stehe. Schimanek kritisiert auch die „Überbürokratisierung“ bei Wiener Wohnen: „Wenn Wiener Wohnen-Mitarbeiter etwa schon für die Erneuerung eines kleinen Glasfensters in einer Stiegeneingangstür Kostenvoranschläge einholen müssen und Gleiches auch verlangt wird, wenn – wie ein WIFF vorliegendes Beispiel zeigt – aufgrund eines Leitungsgebrechens in der Wand eine Küche unter Wasser steht, dann scheint nicht nur, sondern ist etwas faul bei Wiener Wohnen!“

Schimanek abschließend: „Es wird Ludwig und seinen Wiener Wohnen-Granden nichts nützen, mittels direkt oder indirekt bezahlter Werbeeinschaltungen fast täglich triefend von Eigenlob aus den diversen Medien zu lachen. Die an zehntausenden Gemeindemietern vollzogenen Fehlleistungen können auch mittels einer Millionen teuren Werbeflut nicht wettgemacht werden. Was hier erforderlich wäre: Ausschließlich zufrieden stellende Leistung im Interesse der Mieter in den Floridsdorfer und Wiener Gemeindebauten!“

„Leistungsbeweise“ von Wiener Wohnen (kann mit zahlreichen weiteren Beispielen fortgesetzt werden):

Aistg1-8-14 Kopie 2

Gemeindebau Aistgasse/Kainachgasse: Nach Sanierung stehen Balkone unter Wasser

Aistgasse2 Kopie

Gemeindebau Aistgasse/Kainachgasse: Laut Wiener Wohnen „behindertengerechte Aufzüge“, die in jedem Stockwerk jeweils nur über acht bis zehn Stufen erreichbar sind.

Frömmlg.1-11-14 Kopie

Frömmlg.2-11-14 Kopie

Gemeindebau Frömmlgasse: Mieter warten seit Jahren auf die Sanierung (Foto 1+2)

BILDER: Joschi Tuczai