WIFF fordert Umweltverträglichkeitsprüfung für Großbauvorhaben „Siemensäcker“

Nach Absage für Grinzinger „Monsterbau“ durch den Verwaltungsgerichtshof: WIFF fordert Umweltverträglichkeitsprüfung für Großbauvorhaben „Siemensäcker“.
Rückenwind für die Bewohner der Floridsdorfer Siedlung „Wolfsgrube“, die sich gegen ein geplantes Großprojekt mit bis zu 35 Meter hohen Wohntürmen auf dem an die Siedlung angrenzenden Siemens-Areal zur Wehr setzen: Der Verwaltungsgerichtshof hat jetzt Bürgerprotesten gegen die Errichtung eines im Vergleich zu den Siemensäckern „nur“ fünfstöckigen Gebäudes neben Einfamilienhäusern in Grinzing entsprochen, obwohl die Wiener Baubehörde für das Projekt bereits „grünes Licht“ gegeben hatte.

Auch in Floridsdorf soll das Großprojekt seitens Politik und Baubehörde wie geplant  „durchgewunken“ werden. Der „kleine, aber feine“ Unterschied zu Grinzing: Die Siedler in der Wolfsgrube sind nicht „ohne Wenn und Aber“ gegen die Verbauung. „Allerdings bieten sich vor allem für die hohen Wohntürme tatsächlich geeignete Flächen am anderen Ende des Areals an. Dort gibt es keine Anrainer und mit der nahen S-Bahn-Station gäbe es für die künftigen Bewohner auch eine deutlich bessere Verkehrsanbindung“, so Siedlersprecher Helmut Sommerer.

Aber auch noch andere Fakten sprechen für eine räumliche Umplanung des Großprojektes. Dort, wo auch die Hochverbauung geplant ist, befanden sich seit den Kriegstagen zahlreiche Bombentrichter, die von der Bevölkerung mit allerlei Müll befüllt wurden. Zwar hat der Bauwerber (u. a. Sozialbau) mehrere Probebohrungen durchführen lassen, „die erfolgten aber leider nicht dort, wo Jahre lang die illegalen Ablagerungen getätigt worden sind“, so ein Augenzeuge über seine Wahrnehmungen aus den Nachkriegsjahren.

„Keinesfalls darf man auch etwaige Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt in der tiefer gelegenen Siedlung Wolfsgrube vergessen, wenn im Nahbereich tiefe Fundamente für Wohntürme gegraben und betoniert werden. Hier bedarf es einer umfassenden und weitläufig angelegten Expertise durch wirklich unabhängige Experten“, stellen sich auch die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek, Jasmin und Ossi Turtenwald an die Seite der Siedler. Sie fordern den behördlichen Auftrag zur Einleitung eines Umweltverträglichkeitsverfahrens.

Zu den Bildern:
Krone-Hochbau
Kronenzeitung, 13. März 2016.

Grundwasser-Wolfsgrube-Högenschnitt

Verbauungsszenario.Grundwasser-Wolfsgrube-2011

 
Feuerwehreinsatz nach Überflutungen in der Siedlung Wolfsgrube 2011.

Siemensäcker3

Siemensäcker5

Probebohrungen – auch als Beweis für den geringen Abstand zwischen Siedlung und geplanten Wohnbauten.