WIFF zur künftigen Entwicklung von Floridsdorf: „Politiker müssen zuvor ihre Parteibrillen zur Seite legen!“

Seit mehreren Jahren, zuletzt sogar deutlich verstärkt, steht in der Lokalpolitik die künftige Entwicklung von Floridsdorf zur Diskussion. „Beiräte, Manager, Sitzungen und ‚geduldiges‘ Papier sind da aber mit Sicherheit zu wenig“, ist man bei WIFF-Wir für Floridsdorf überzeugt. Es sei kontrakproduktiv, da und dort ganze Wohnsiedlungen in die Gegend zu setzen, ohne zuvor die erforderliche Infrastruktur sicher zu stellen.

Zudem müsse ein funktionierender Bezirk auch über ein lebendiges Zentrum verfügen. „Dies bedeutet, den Durchzugsverkehr aus dem Zentrum zu verbannen und auf übergeordneten Verkehrswegen zu führen“, sind die WIFF-Bezirkspolitker Hans Jörg Schimanek, Jasmin Turtenwald und Ossi Turtenwald überzeugt und präsentieren erneut mögliche Lösungen, von denen zum Teil auch andere Bezirke profitieren würden: Mautfreie Stadtautobahnen, Ableitung des Durchzugsverkehrs von der Floridsdorfer Brücke auf zwei Fahrbahnen in Richtung Nordbrücke und von dort via B3 in Richtung Donaustadt bzw. über die Lundenburger Straße zur Brünner Straße.
 
„Damit könnte zumindest der tägliche Stau im Bezirkszentrum vermieden werden, was zu einer deutlichen Attraktivierung dieses Bereiches führen würde“, so Schimanek. Umgehend müsse auch die Siemensstraße in ihrem letzten Teilstück ab der Heinrich von Buol-Gasse bis zur Leopoldauer Straße auf jeweils zwei Richtungsfahrbahnen ausgebaut werden. „Nur wenn wir die übergeordneten Verkehrswege im Bezirk attraktiver gestalten, kann der Ausweichverkehr durch das Bezirkszentrum und in vielen Nebengassen vermieden werden“, ist auch Bezirksrat Ossi Turtenwald überzeugt. –
 
Oberste Priorität müsse laut WIFF aber die Verlängerung der U6 bis nach Stammersdorf haben. „Abgesehen von der unbedingt notwendigen Anbindung des neuen Krankenhauses SMZ Nord würde eine U-Bahn – in günstig und rasch zu errichtender Hochlage nach dem Muster der U2 – für tausende künftige Bewohner des Gebietes zwischen Groß Jedlersdorf und Stammersdorf und für die täglichen Einpendler aus Niederösterreich einen großen Anreiz bieten, das Auto zu Hause bzw. am Stadtrand stehen zu lassen“, so Hans Jörg Schimanek. – Aber auch begangene Fehler sollten umgehend behoben werden. So etwa müsste die ursprünglich vierbahnig geplante, aber letztlich ab der Leopoldauer Straße in Richtung Donaustadt nur mit je einer Richtungsfahrbahn errichtete B3 auf je zwei Fahrbahnen verbreitert werden.
 
„Wenn die Autofahrer – so wie jetzt – bis zu acht Ampelphasen benötigen, um die Kreuzung mit der Donaufelder Straße passieren zu können, werden sie auch weiterhin auf diversen Schleichwegen ausweichen“, weiß Ossi Turtenwald aus regelmäßiger eigener Beobachtung.– Besonders wichtig für die weitere Entwicklung des Bezirkes, damit Floridsdorf seinem Ruf als eine der „Grünen Lungen“ der Bundeshauptstadt gerecht bleibt: Der Dicht- und Hochverbauung muss ein Riegel vorgeschoben werden.
 
„Bei uns dürfen sich die Planer als Erfüllungsgehilfen so mancher umsatzgieriger Wohnbaugesellschaften einfach nicht austoben – Floridsdorf muss ein Grünbezirk bleiben!“, so Hans Jörg Schimanek, der auch eine Änderung der Althaussanierungsrichtlinien einfordert: „Ein klares Ja von WIFF zum Wohnungsneubau, aber mit entsprechenden zusätzlichen Förderanreizen könnten auch hunderte Altbauten im Bezirk saniert und damit moderner Wohnraum geschaffen werden“.
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Staufotos: Floridsdorfer Hauptstraße, B3