Wirbel um Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband: Sollten Friseurschulungen in türkischer Sprache erfolgen?

Aussagen von Mitarbeitern des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV), ein in einer Aussendung an Wiener Friseure angebotenes Schulungsseminar würde “leider nicht in deutscher Sprache, sondern wegen mehrheitlicher Anmeldungen türkisch sprechender Interessenten in türkisch abgehalten”, sorgen jetzt für entsprechenden Wirbel.

 
„Wir wenden uns an alle Unternehmer / innen, die das Erlangen des Kaufmännischen Wissens für die Feststellung der individuellen Befähigung bei der MA 63 nachweisen müssen…“ heißt es u. a. in dieser in deutsch gehaltenen SWV-Einladung. Eine Floridsdorfer Friseurmeisterin kam allerdings laut eigener Aussage über einen Anmeldeversuch nicht hinaus. Im Gespräch mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek schildert die Frau ihre Erlebnisse wie folgt: „Ich wollte meinen Sohn, der in unseren Geschäften arbeitet, für dieses Seminar anmelden und erhielt nach mehrmaligen Versuchen von Frau Gülten Karagöz vom FWV einen Rückruf, in dem sie mir auf meine Frage mitteilte, dass es noch freie Plätze gebe, der Kurs aber um eine Woche verschoben wurde. Sie sagte zu, mir den genauen Termin per Mail mitzuteilen. Da ich aber keinerlei Mitteilungen erhielt, rief ich nochmals beim FWV an, wo mir ein Rückruf zugesagt wurde. Kurz darauf meldete sich eine Frau Elisabeth Fayadh, die mir einen Rückruf der zuständigen Frau Gülten Karagöz versprach. Nach wenigen Minuten meldete sich aber wieder Frau Fayadh und teilte mir mit, laut Frau Karagöz werde der Kurs wegen der ausschließlich türkischsprachigen Angemeldeten in türkischer Sprache abgehalten. Ich habe verärgert gefragt, was das solle und das Gespräch beendet.
 
Danach habe ich mich bei der Wiener Friseurinnung beschwert, doch dort meinte man nur, ich möge mich beim SWV beschweren. Daraufhin habe ich den Geschäftsführer der Bundesinnung der Friseure, Herrn Mag. Wild, angerufen und meinem Ärger in einem langen Gespräch Luft gemacht. Alle diese Anrufe erfolgten über mein Handy und sind daher leicht nachvollziehbar“.
 
Nach einem Bericht über den Fall in der Kronenzeitung am 1. Juli folgte jetzt umgehend eine Presseaussendung des SWV, in dem dieser mitteilte, dass der gegenständliche Kurs nicht in türkisch, sondern in deutscher Sprache abgehalten worden sei.
 
Dazu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek: “Solche Weiterbildungskurse sind durchaus zu begrüßen, aber jetzt so zu tun, als wäre der Kurs in türkischer Sprache nie zur Debatte gestanden, erscheint doch eher peinlich und unglaubhaft. Vielmehr könnte man auch annehmen, dass es nach den Beschwerden der Friseurmeisterin aus Floridsdorf eine Intervention der Innung gegeben hat, was beim Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband letztlich zum Umdenken geführt haben könnte. Auch ein vom SWV veranlasstes Video vom zweiten Kurstag zum Beweis für die deutschsprachige Abhaltung (einen Tag nach Erscheinen des Krone-Berichtes) könnte nur eine ‘halbe Sache’ sein. Denn vom Kurs am Tag davor, an dem der Krone-Bericht noch nicht bekannt war, gibt es kein Beweisvideo. Der SWV würde jedenfalls gut daran tun, die gesamten Fakten lückenlos auf den Tisch zu legen. Sich auf mögliche telefonische Falschinformationen zurückzuziehen oder die Aussagen seiner Mitarbeiterinnen überhaupt zu bestreiten und die betroffene Friseurmeisterin der Unwahrheit oder Lüge zu zeihen, wäre der falsche Weg „, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek abschließend.