Wohnbau-Großprojekt Siemensäcker in Floridsdorf: Mehrheit der Bezirksvertreter fordert Umweltverträglichkeitsverfahren

Auf den Gründen der Siemens AG Österreich in Floridsdorf sollen demnächst zahlreiche Wohnblocks mit rund 1.200 Eigentums- und Genossenschaftswohnungen errichtet werden. „Und das beginnend in kaum 40 Meter Entfernung zu unserer Einfamilienhaussiedlung“, protestieren viele Anrainer, denen vor allem mehrere bis zu 35 Meter hoch geplante Wohntürme Dornen in den Augen sind. „Wir sind nicht gegen das Projekt insgesamt, doch sollten die großvolumigen Gebäude nicht nächst unserer Siedlung errichtet werden, zumal ja auf dem Siemens-Gelände ausreichend andere Möglichkeiten vorhanden sind“, so Siedlersprecher Helmut Sommerer.

Unterstützung erhalten die Siedler jetzt auch von den Fraktionen von FPÖ, ÖVP, WIFF und NEOS, die gemeinsam eine Mehrheit im Floridsdorfer Bezirksparlament repräsentieren. In einem für nächsten Sitzung des Bezirksparlaments (13. April) eingebrachten Antrag, der von den Klubobleuten der vier Fraktionen unterzeichnet ist, wird die für den Bereich Flächenwidmung und Bebauung zuständige Vizebürgermeisterin Vassilakou ersucht, im Zuge der Festsetzung des neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes ein Umweltverträglichkeitsprüfverfahren einleiten zu lassen.Siemensäcker2-Kopie
„Wie erst jetzt zu Tage kam, befinden sich auf dem derzeit für den Wohnau vorgesehenen Flächen Altlasten aus den Jahren 1943 bis 1960. Damals wurden zahlreiche Bombentrichter mit Abfällen aller Art, ja sogar mit Autowracks, befüllt. Zwar wurden seitens der Bauträger Probebohrungen durchgeführt, aber just nicht dort, wo sich nach Angaben von mehreren Augenzeugen die Altlasten befinden. Und da es sich bei dem gesamten Bereich um ein mehr als problematisches Grundwassergebiet handelt, wie sich ja bei den jüngsten Grundwasserüberschwemmungen in der tiefer gelegenen Siedlung zeigte, erscheint vor einer endgültigen Flächen- und Bebauungswidmung eine  Umweltverträglichkeitsprüfung unabdingbar“, so WIFF-Klubobmann Hans Jörg Schimanek, der ebenso wie seine Kollegen BV-Stv. Karl Mareda (FPÖ), Thomas Berl (KO FPÖ), Erol Holawatsch (KO ÖVP) und Bernhard Koch (NEOS) für eine umweltverträglichere Situierung des Projektes im nordwestlichen Bereich  des Siemens-Areals eintritt.
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