Wohnungsmarkt: „Welcher Durchschnittshaushalt kann sich das noch leisten? – Steuerliches Abschreibemodell überholungsbedürftig!“

Seit Jahren werden in Floridsdorf neue Wohnungen gebaut, was das Zeug hält. Auch private Investoren sehen im Errichten von zumeist Mietwohnungen das „große Geschäft“. Übersehen wird dabei offenbar, dass im Bezirk immer mehr zur Miete angebotene Wohnungen leer stehen.

„Die Gelackmeierten dabei sind letztlich jene Leute, die den verlockenden Rendite-Versprechungen der einen oder anderen Investmentfirma geglaubt haben oder noch immer glauben. Denn wo keine Mieteinnahmen erzielt werden, gibt’s für die Kleininvestoren auch keine Erträge“, so Alt-Bezirksrat und Szene-Kenner Hans Jörg Schimanek.
 
Die Hauptursache sieht der Lokalpolitiker in den zu hohen Mietpreisen und führt als Beispiel die Ende 2019 fertig gestellte Anlage in der Rappgasse an: „Abgesehen davon, dass die Lage dort im Gegensatz zum verlockenden Prospektfoto gar nicht so ‚toll‘ ist (siehe Fotos 1 und 2), wird von künftigen Mietern der Nachweis eines monatlichen Arbeitsnettoeinkommens von mindestens dem 2,5-fachen der Monatsmiete eingefordert. Aus Vermietersicht vielleicht verständlich, um sich gegen etwaige unseriöse Mietnomaden abzusichern – aber rund 1.000.– Euro monatlich für ca. 80m2 sind bei einem Familien-Nettoeinkommen von 2.500.– Euro meist nur schwer leistbar“, ist Schimanek überzeugt und verweist auf zahlreiche gleiche Beispiele etwa in der Prager Straße oder der Leopoldauer Straße.
 
„Wenn Großanleger wie z. B. Banken oder Versicherungen in Österreich ‚dank‘ eines höchst fragwürdigen steuerlichen Abschreibemodells sogar mit leer stehenden Wohnungen legal Geld verdienen können, ist eindeutig etwas faul im Staate Österreich“, so Schimanek abschließend.