Wolfsschanzengasse: Hirnrissiger geht’s nicht mehr…

Am 1. Dezember 1965 wurde im Wiener Rathaus beschlossen, den Verkehrsweg zwischen Brünner Straße und Grabmayrgasse als Wolfsschanzengasse zu benennen. Begründung: In unmittelbarer Nähe endete ab dem Jahr 1439 der damals einzige Donauübergang, der durch ein als „Wolfsschanze“ benanntes Befestigungswerk gesichert war. So weit die Geschichte. In der Jetztzeit erscheint der „Fall Wolfsschanzengasse“ angesichts einer zur Gassentafel hinzugefügten Zusatztafel – gelinde gesagt – peinlich, ist doch darauf der Hinweis zu lesen: „…kein Zusammenhang mit militärischem Lagezentrum im Zweiten Weltkrieg“.

„Zu verdanken ist diese Zusatztafel auf Steuerzahlers Kosten einem Mehrheitsbeschluss im Floridsdorfer Bezirksparlament. Rot&Grün&Co. wollten offenbar damit „Irrtümer“ vermeiden, die 1965 erfolgte Gassenbenennung könnte zur Erinnerung an das als ‚Wolfsschanze‘ bekannte Hitler’sche Führerhauptquartier und militärische Lagezentrum im 2. Weltkrieg im damaligen Ostpreußen, heute Polen, beschlossen worden sein“, so Anrainer Roman H., der WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek auf diese Zusatztafel aufmerksam gemacht hat. Dessen Meinung dazu lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Ich hätte mir nie gedacht, dass seitens des Wiener Rathauses diesem unsinnigen Beschluss einer peinlichen Mehrheit der Floridsdorfer Bezirksvertreter aus dem Jahr 2016 tatsächlich Rechnung getragen würde. Aber offenbar unterstellt die rot&grüne Rathausmehrheit zumindest der älteren Bevölkerung die völlig unsinnige Meinung, in Wien könnten viele Jahre nach 1945 Gassen nach militärischen Einrichtungen des Nazi-Regimes benannt werden. Verblödeter geht’s wohl nicht mehr!“