Zwischen Siemens und dem Siedlungsgebiet Steinheilgasse: 1.200 Wohnungen entstehen

Zwischen Siemens und dem Siedlungsgebiet Steinheilgasse soll eine Wohnhausanlage mit rund 1.200 Wohnungen entstehen.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung wurde kürzlich seitens des Bezirkes und des Wohnbauträgers Sozialbau rund 100 interessierten Anrainern die Rohplanung für die auf den ehemaligen Siemens-Gründen zwischen dem Siemens-Areal und den Siedlungen an der Steinheilgasse vorgesehene Wohnhausanlage mit rund 1.200 Wohnungen präsentiert. Allgemein positiv beurteilt wurde von den betroffenen Siedlern als künftigen Nachbarn der Neubauten das konstruktive Klima bei Präsentation und Diskussion. Dennoch gibt es massive Bedenken seitens der Siedler. „Wenn ich daran denke, dass unweit unserer Gartensiedlung bald zum Teil elfstöckige Wohntürme stehen werden, wird mir ganz mulmig in der Magengegend“, so ein unmittelbarer Anrainer zu den beiden anwesenden WIFF-Bezirksräten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. Und Siedlersprecher Sommerer will anlässlich des bevorstehenden Flächenwidmungsverfahrens „all unsere Bedenken einbringen. Immerhin wurde fast das gesamte Areal, auf dem die große Anlage errichtet werden soll, seit der Zwischenkriegszeit Jahrzehnte lang als wilde Mülldeponie genutzt. Es muss genau geprüft werden, ob ein derartiges Bauvorhaben nicht negativ auf das Grundwasser in unserem Bereich einwirkt!“ Zu prüfen werde auch eine seriös zu erarbeitende Verkehrsaufschließung, „aber nicht zum Nachteil der Siedler“, so Sommerer.

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Dass durch die infolge des Bauvorhabens erfolgende großflächige Versiegelung des Bodens der Grundwasserhaushalt massiv beeinträchtigt werden könnte, befürchten vor allem die Bewohner der auf tieferem Niveau liegenden Siedlung „Wolfsgrube“. Durch den Anstieg des Grrundwasserspiegels waren dort viele Häuser vor einigen Jahren bis zu den Wohnräumen überflutet. Es entstand Millionenschaden. Seit damals misst die Familie Gasselik täglich den Grundwasserstand auf ihrem Grundstück. „Laut Stadt Wien liegt der Pegel bei uns bei etwa sechs Meter, in Wahrheit messe ich aber seit Jahren Pegelstände zwischen eineinhalb und zwei Meter. Wenn nun die Versickerungsflächen durch eine derart großflächige Wohnhausanlage weitflächig versiegelt werden, ist ein Anstieg des Grundwassers durchaus zu befürchten. Vor allem durch heftige Regenfälle“, so Gasselik zu den beiden WIFF-Bezirksräten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald und präsentiert zum Beweis ein hydrologisches Gutachten eines Zivilingenieurbüros.Siemensäcker4-Kopie

WIFF – Wir für Floridsdorf hat die Befürchtungen der Siedler zum Anlass genommen, um in der nächsten Sitzung der
Bezirksvertretung einen Antrag (siehe Anhang) einzubringen, wonach vor Genehmigung eines neuen Flächenwidmungsplanes ein hydrologisches Gutachten betreffend eventuelle Auswirkungen der geplanten Anlage auf den Grundwasserhaushalt in den angrenzenden Siedlungen, speziell in der Siedlung Wolfsgrube, einzuholen ist. „Das zu beauftragende Zivilingenieurbüro muss allerdings zur Vermeidung von etwaigen späteren ‚Mißverständnissen‘ im Einvernehmen mit den Siedlern ausgewählt werden“, so Hans Jörg Schimanek abschließend.

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Bildtexte:
Modell der künftigen Siedlung mit bis zu elfstöckigen Wohntürmen.